Pantah-IG Treffen in Spiegelberg-Vorderbüchelberg

8. Treffen der Ducati - Pantah - Interessengemeinschaft

 

Das Treffen der Ducati Pantah-IG und der Ducati TT2-IG fand vom 9. - 11.07.2010 in Spiegelberg-Vorderbüchelberg im Gasthof "Goldener Ritter" statt. 

Bilder von Georg Rupp

Bilder von Swen Dünne


Zum nunmehr 8. Mal veranstaltete die Pantah-Interessengemeinschaft gemeinsam mit der TT2-IG ihr Treffen vom 9.-11. Juli, diesmal in Spiegelberg-Vorderbüchelberg im Schwäbischen Wald. 
Das Treffen wird jedes Jahr in einer anderen Region Deutschlands veranstaltet. Nachdem das Treffen 2009 in Bevern im Weserbergland den Nordlichtern entgegenkam, mussten diese diesmal ihre Pantahs bis tief in den Südwesten der Republik treiben. Rendsburg, Lübeck, Hannover und Herford, so mancher nahm eine lange Strecke in Kauf, um auch dieses Jahr teilzunehmen. 

"Ich komme, und wahrscheinlich kostet mich das die Kinder, Frau und Haus",
mit diesen Worten kündigte ein Pantahtist im Forum seine Teilnahme an, Eckhard und Miriam aus Herford reisten am Samstag an, obwohl Eckhard erst einen Tag zuvor aus den USA zurückkam. Im Laufe der Jahre ist so etwas wie ein harter Kern entstanden, für diesen ist dieses beschauliche Treffen so etwas wie ein Pflichtermin im Jahr geworden, und jeder freut sich, die Freunde aus der ganzen Republik wiederzusehen und natürlich viele neue Pantahtisti und Pantahtista kennen zu lernen.

Organisator Georg und meine Wenigkeit hatten beide bei Petrus gutes Wetter bestellt, und uns frommen Schwaben wurde der Wunsch gleich doppelt erfüllt: die Hitze am Treffen-Wochenende war mit 35 Grad im Schatten des guten beinahe zu viel. Als Lokal hatten wir einen Landgasthof in einem kleinen Weiler mit vielen preiswerten Zimmern, großem Parkplatz und einem schönen Garten zum gesellig verhopften Abkühlen ausgewählt. 

Der schwäbische Wald ist ein Motorrad-Revier par exzellence: Von Neckar, Rems und Kocher und im Norden von der Hohenloher Ebene umschlossen, bietet er dem Mopedfahrer schönste Sträßchen und Ausflugsziele. Allein schon die Auffahrt vom Abzweig nach Vorderbüchelberg ließ so manchen ins Schwärmen geraten: 4 km Erste-Sahne-Kurven-und bester Belag den Berg hinauf, die Pantah-Treiber Andreas G. aus M. zu folgendem Geistesblitz verleitete "man könnte doch einfach oben und unten sperren, und dann mal so richtig Rennerles ..."

Schon am frühen Freitag nachmittag kündigte das typische Pantah-Grollen die ersten Besucher an, und im Laufe des Nachmittags bis in den Abend hinein füllte sich der Parkplatz zunehmend mit Pantahs und anderen Ducatis, die meisten zur Pantah-Familie gehörend. Unter den Helmen kamen auch dieses Jahr wieder viele neue Gesichter zum Vorschein. Schnell hatte man sich kennengelernt,
ließ sich in der Gartenwirtschaft die ersten Hopfenkaltgetränke zur dringend nötigen Abkühlung reichen, und unterhielt sich angenehm, während immer wieder schöne Conti-Blasmusik für die typische Treffen-Beschallung und ein lautes Hallo sorgte. 
Grüppchen bildeten sich um Maschinen, es wurde über Technik gefachsimpelt, Umbauten bewundert, Improvisationen belächelt, über seit einem Jahr abgelaufene TÜV-Plaketten gelästert und überhaupt viel gelacht.
Nach dem schwäbisch-deftigen und schweißtreibenden Abendessen verlagerte sich das ganze in den Garten, wo in gemütlicher Atmosphäre bei dem einen oder anderen Bierkasten der Abend für die meisten doch recht früh zu Ende ging. Viele hatten einen langen anstrengenden Anreisetag oder auch einen normalen Arbeitstag plus Anfahrt hinter sich. 
Am nächsten Morgen sollte die traditionelle Ausfahrt schon um 9:30 Uhr Richtung Motorradmuseum in Pleidelsheim bei Ludwigsburg starten. 
An langes Ausschlafen war sowieso nicht zu denken, die Morgensonne brannte den im Ostflügel Einquartierten gnadenlos ins Zimmer, so daß so mancher schon schweißgebadet aufwachte.
Etwa 24 Pantahtisti starteten dann in zwei Gruppen aufgeteilt gen Museum, das man nach einem Tankstopp und eine halbe Stunde später völlig naßgeschwitzt erreichte. Ich hatte mich entschieden, nur im Protektorenpanzer zu fahren, ich mag mir gar nicht ausmalen, wie sich das mit Lederjacke angefühlt haben muss. Nicht nur bei Regen wird man im Leder pitschenass! Leider war trotz Terminvereinbarung von Georg das Museum wegen Krankheit geschlossen. Spontan wurde beschlossen, vor dem Mittagessen ein wenig den Neckar entlang zu fahren, um ein Eis in Besigheim einzuschieben; der Bedarf an Abkühlung war ernorm. Hartmut aus Freiburg hatte diese dann besonders nötig, da er leichtsinnigerweise in kurzen Hosen fuhr, und sich beim Absatteln vor der Eisdiele beide Waden heftig verbrannte. Ein Kellner mit Eisbeuteln half über die ersten Schmerzen, in einer nahen Apotheke konnte Hartmut dann mit Wundsalbe und Bandagen versorgt werden. Da sieht man mal wieder, dass man selbst bei größter Hitze nicht auf Sicherheitsklamotten verzichten sollte – nicht auszudenken, wenn einer in kurzen Hosen abgeflogen wäre...

Nach weiterer schöner Fahrt bis Ilsfeld gab es beim Mittagessen in der Krone nicht nur schwäbisch-deftige Klassiker wie Gaisburger Marsch, Zwiebelrostbraten oder Maultaschen, sondern zum Nachtisch auch noch einen inkontinenten Tank an Lillies knallgelber Pantah. Abgestellt in der brüllenden Mittagshitze, kam die Tankentlüftung ein wenig ins Schleudern, und eine alte Schweißnaht entschloss sich, dem Überdruck doch einfach nachzugeben. Zum Glück kannten die Laibacher-Brüder einen Händler in der Nähe, der einen alten Tank zur Verfügung stellte. Zwei Telefonate und 45 Minuten später konnte Lilly wieder entspannt lächeln, ihre gelbe Pantah glänzte jetzt mit einem seltenen blauen TL-Tank!
Geplant war für den Nachmittag ursprünglich die Ausfahrt in mehreren Gruppen, jedoch fand sich nur eine Gruppe von etwa 6 Pantahisti zusammen, die von der Hitze und den schwäbischen Spezialitäten noch nicht völlig erschlagen waren. Die meisten fuhren in kleinen Gruppen zum Gasthof zurück, wo sich dann einige entschieden, einen nahen Badesee anzusteuern. Im Laufe des Nachmittags kamen noch viele Besucher, so daß am Ende knapp 30 Pantahs, eine 750S, mehrere Bimotas, 900 SS und mehrere Königswellen zu bewundern waren, nicht zu vergessen die Heidenheimer auf F1, F3 und Monster. Auch Guzzis, eine Gilera Saturno und eine schöne Norton Commando wurden gesichtet. Die TT2-Fraktion reiste auf ST4 und auf Magni-Honda an, leider war diesmal also keiner dieser edlen Renner in natura zu bewundern. Christoph wollte mit seiner TT2 kommen, allerdings bekam er seine Abstimmungsprobleme bis kurz vorm Treffen nicht mehr in den Griff. Insgesamt dürften so um die 60 Mopeds anwesend gewesen sein.
Der Nachmittag und Abend verging beim Benzin reden, Geschichten erzählen und rumalbern viel zu schnell. Zu schnell gingen auch die Jever-Vorräte zur Neige, Nobbie aus Lübeck hatten wir mit einer Kiste Jever geködert. Lediglich eine Flasche blieb ihm noch vergönnt. Nachts um halb drei fanden auch die letzten Nachtschwärmer auf Ihre Zimmer, außer einem, der seinen Schlüssel nicht dabei hatte. Aber auch dem Anderl konnte geholfen werden!
Die ersten senilen Bettflüchter (ich meine damit die Kurpfälzer!) starteten zur Heimreise am Sonntag schon kurz nach Sonnenaufgang ohne Frühstück, Stephan aus der Schweiz verirrte sich bei der Heimreise gründlich im schwäbischen Wald, verwechselte Schwäbisch Hall und Schwäbisch Gmünd, fand sich schließlich bei Ulm, anstatt weiter westlich in Tübingen, irgendwann hatte er dann die Alpen gesichtet, und von da an konnte nix mehr schief gehen. 
Nach dem Frühstück wurde dem Anderl, Initiator der Pantah-IG dann herzlich zum Geburtstag gratuliert. Seine Teilnahme am Treffen trotz Geburtstag wurde mit einem Unikat gewürdigt: Einer Unterhose bedruckt mit www.pantah-ig.de!
Wie immer fanden sich Grüppchen, um die Heimreise gemeinsam anzutreten. 
Soweit wir gehört haben, sind alle Treffen-Teilnehmer pannenfrei und sicher wieder nach Hause gekommen.
Die Planung für das nächste Jahr wurde wie jedes Jahr samstags nachts festgezurrt: Das neunte Treffen in 2011 wird an der Ostsee in Lübeck stattfinden und die Südfraktion ist nun aufgefordert, es den Südschweden gleichzutun. Ostsee, wir kommen!

Andreas Klein